ANTI-CAMPER-AUSBAU: VOM KOMBI ZUM CAMPER
Unser Ziel war es, mit unserem Alltagsauto am Wochenende oder während Zwischenstopps im Auto zu schlafen. Und dann entwickelte sich doch ein „Dauercamping“-Konzept – wochenlanges Campen. So musste aus unserem Hochdachkombi Peugeot Rifter ein Camper werden.
Also doch ein Ausbau? Nein!
Alles, was wir eingebaut haben, lässt sich wieder entfernen. Von außen ist kaum zu erkennen, dass es ein Camper ist und wir gerade darin schlafen. Keine auffälligen Camper-Fahrzeugbeklebungen. Diese sind oft cool und ein Ausdruck von Camper-Persönlichkeit, aber wir wollen unauffällig frei stehen können, indem wir nur wie ein PKW parken.
Für Umzüge und Fahrten mit sieben Personen lässt sich der Wagen schnell wieder in den Normalzustand eines PKWs versetzen.
Bisher sind erst zwei Schräubchen in die Kunststoffverkleidung eingedrungen.
Alles lässt sich schnell und einfach wieder entfernen:
Die QUQUQ-Campingbox ist mit einem Zurrgurt am Fahrzeugboden verankert und umfasst ein Bett mit den Maßen 110 x 195 cm sowie ein Küchenmodul mit einem doppelflammigen Gaskocher und zwei 10-Liter-Frischwassertanks.
Statt einer fest montierten Markise verwenden wir ein Tarp. Die Verdunklungen sind selbstgenäht und werden abends angebracht. Unsere Klamottenkiste ist selbstgebaut und befindet sich lose im Wagen. Die Fenstertaschen sind mit Saugnäpfen befestigt.
Natürlich ist jedes Auto-Staufach und jeder Quadratzentimeter mit Ausrüstung belegt. Unter den Fahrer- und Beifahrersitzen liegen Verlängerungskabel, Heringe, Gummihammer, Klappspaten – einfach eine Menge Zeug. Natürlich ist alles verkehrssicher in Taschen verpackt (falls hier der TÜV mitliest).
Zu jedem Camper-Blog gibt es immer Ausbau-Infos – hier nicht:
der Anti-Camper-Ausbau.


KLAMOTTENKISTE
Die Box ist ein Eigenbau. Die Kanten sind mit Alu-Leisten verstärkt, die vier Ecken zusätzlich gesichert.
Die Box ist stabil genug, um sie auch mal auf feuchtem Rasen abzustellen. Sie kann auch im Fußraum der Rückbank transportiert werden, wenn das Bett zusammengeklappt und die Rückbank gebraucht wird.
Maße:
Länge: 130 cm, Breite: 30 cm, Höhe: 25 cm
Das ergibt ein Volumen von 95 l, da man es etwas überpacken kann, kommen bis 110 l zusammen. Mit 4 Rollen für leichteres herausziehen.
Beim Campen ist das Bett ausgeklappt. Die Rückbank lässt sich beim Peugeot Rifter flach zusammenklappen, leider aber nicht ausbauen. Wir packen die Rückbank immer mit einer Plane ein (lässt sich besser reinigen und schützt die Bank vor Regen). Darauf wird die Klamottenkiste abgestellt. Mit den stabilen Griffen kann die Box aus der Schiebetür herausgezogen werden.
Von beiden Seiten erreicht man unseren „Kleiderschrank“. Absprache ist jedoch wichtig, sonst entsteht schnell ein bitteres Tauziehen. Alle Sachen werden in Kompressions-Packtaschen aufbewahrt. Damit bekommen wir alle Bekleidungsteile (außer Jacken) für wochenlange Trips unter – und dennoch nehmen wir immer noch zu viel mit.
VERDUNKELUNG – UNDURCHSICHTIG ABER UNSICHTBAR
Neugierige Blicke und Licht sollen nachts bitte draußen bleiben! Die meisten Camper erledigen das mit sogenannten Thermomatten, die auch isolieren. Wir hatten jedoch andere Anforderungen und wollten dabei doch dem Anti-Camper-Ausbau treu bleiben: Priorität I war, dass von außen nicht sichtbar ist, dass Menschen im Fahrzeug schlafen. Wir wollten „unsichtbar“ bleiben und auch nicht von grellen Straßenlaternen gestört werden.
Gedacht, getan! So haben wir einen Vorhang aus tiefschwarzem, dicht gewebtem Baumwollstoff in T-Form genäht. Abends hängen wir ihn zwischen Fahrerkabine und Schlafzone an den beiden seitlichen Haltegriffen ein und spannen ihn über die beiden mittleren Seitenfenster (in diesem Bereich liegen wir mit den Köpfen). Als Halterung dient eine elastische Leine mit Klammern und zwei Haken. Das Prinzip ist nicht so einfach zu erklären, aber Fotos und Zeichnung (s. u.) verdeutlichen es.
Das i-Tüpfelchen: Auf den „Flügeln“ des T-förmigen Vorhangs haben wir kleine Taschen für Brille, Taschentücher & Co. aufgenäht.
Übrigens verwenden wir zum Abdunkeln der Heckscheibe den Camouflage-Vorhang, der tagsüber als Sicht- und Insektenschutz an der Klappe hängt. Die hinteren Seitenfenster sind sowieso durch die Taschen und deren Umbauten nahezu undurchsichtig.


FENSTERTASCHEN MIT MINIREGAL
Gab es gute, praktische Fenstertaschen für den Rifter? Wir haben keine gefunden. ( Mittlerweile gibt es welche bei Felleisen).
2019 und 2020 gab es kaum Angebote. Also: Es lebe der Anti-Camper-Ausbau.
Taschen selbst zu nähen, war uns zu kompliziert. Eine fertige Tasche musste her. Nach Recherche fanden wir eine passende bei einem großen Buchhändler – leider inzwischen nicht mehr erhältlich, deshalb kein Link. Aber wie befestigt man sie an der Scheibe?
Da unser Vorhaben rückbaubar sein sollte, war Verschrauben keine Option. Wir kauften einen Industrie-Profi-Saugnapf (ca. 50 €). Die Tasche war zu labbrig, also verstärkten wir sie mit einer Regalschiene aus dem Baumarkt. Die Schiene wurde auf Fensterbreite zugesägt und mit drei Flügelschrauben an der Tasche befestigt. In der Mitte wurde der Saugnapf montiert.
Vorteil: Die Tasche steht auf der Verkleidung des Radkastens, wodurch der Saugnapf nur einen Teil des Gewichts tragen muss.
Maße der Tasche: Länge 82 cm x Tiefe 13 cm x Höhe 25 cm. Die Tasche in Tabaksbeutelverarbeitung fasst über 25 Liter und hat Reserve bei Überpackung.
So gingen wir auf die ersten Touren. Aber war das schon alles?
Nein, es geht immer besser. Das Fenster musste noch manuell verdunkelt werden, und die Tasche schöpfte die Fensterfläche nicht optimal aus. Ein Regal wäre doch noch schön?
Fenstertasche mit Regal!
Klingt gut – also alles wieder auseinanderbauen. Es geht weiter mit dem Anti-Camper-Ausbau.
Wir entschieden uns für eine Lochplatte: IKEA SKÅDIS (schwarz, 56 x 56 cm). Vorteil: Es gibt viel Zubehör wie Klemmen, Behälter, Haken und Elastikbänder.
Das Hauptproblem war, die Form des Seitenfensters auf die Platte zu übertragen und auszusägen. Irgendwie hat es geklappt – ganz exakt ist es nicht geworden, aber was ist schon perfekt im Leben? Neben dem Fenster montierten wir eine zweite Lochplatte als kleine Ausbaureserve.
MIT ZELT ODER TARP ENTSTEHT EINE 2RAUM-FERIENWOHNUNG
Auf großen Touren nutzen wir sowohl ein Tarp als Markise als auch das Vaude Autozelt. Für Wochenendtrips entscheiden wir je nach Wetter und Vorhaben, was mitkommt.
Das einfach aufzubauende Autozelt wurde speziell für Hochdachkombis entwickelt. Es ist selbststehend, windstabil und hat ein Packmaß von ca. 60 x 25 cm bei 4 kg Gewicht. Die Zeltfläche von ca. 6 m² und 2 m Höhe bietet genug Platz, um zu zweit mit einem Tisch geschützt zu sitzen. Es ist wasserdicht und sturmfest. Verlässt man mit dem Auto den Stellplatz, bleibt das Zelt verschlossen zurück.
Bei schlechtem Wetter bietet der Mini-Camper oft nur das Bett oder die Sitze als Rückzugsort – das Zelt schafft hier einen echten Zugewinn.
Das Tarp besteht aus einer wasserdichten Plane in Beige, zwei Stangen, Heringen und Abspannseilen. Ein Nachteil: Da unser Wagen unter 190 cm hoch ist, heißt es oft Kopf einziehen – besonders morgens, wenn sich Tau auf der Innenseite niederschlägt.
Ansonsten überwiegen die Vorteile: Das Tarp schützt vor Regen, Wind, Sonne und neugierigen Blicken. Mit einer Lichterkette wird es romantisch praktisch beleuchtet.

Raumsparendes Equipment
Unser Camper ist meist der kleinste am Platz. Aber klein bedeutet nicht unbedingt Verzicht. Wir legen Wert auf eine durchdachte Ausstattung. So wurde alles sorgfältig ausgewählt oder angefertigt und geprüft. Damit alles passt.

Camping-Box
Von QUQUQ: Bett, Küchenmodul + 20 l Wasser.

DIY- Heckklappen-Zelt
Der Zusatzraum von Ankleide, Küche bis Toilette

Mini-Küche
Was gehört hinein und – vor allem – was passt wie hinein.

Mini-Camper
Alltagsauto und Camper in einem.

Mückenschutz
Perfekt auf den Mini-Camper abgestimmtes stabiles Netz.

Ausrüstung
Platzsparend, praktisch und doch ein bisschen Glamping.

Camping-Hygiene
Hier lassen wir kein Thema aus.

Ohne Kühlbox
Sommer-Camping ohne Kühlbox – geht.



















