ALL YOU NEED IS LESS

Weniger ist mehr – nach diesem Motto, das wir als das “Weniger-Konzept” bezeichnen, wollten wir unsere Alltags- und Urlaubsmobilität gestalten. Ziel: Camper und Alltagsauto in einem.

Camper und Alltagsauto in einem

Alltagstauglicher Camper

Wichtig war uns, einen alltagstauglichen Wagen in ein campingfähiges Fahrzeug verwandeln zu können. Dabei hatten wir folgende Anforderungen:

  • möglichst klein, city- und alltagstauglich
  • nachhaltig
  • preiswert bezüglich Kaufpreis und Unterhalt
  • komfortables Fahren
  • moderate Höhe (Parkhäuser!)
  • unauffällig
  • campingbereit in maximal 2 Stunden
  • rückbaubares Camping-Equipment (wenn man mehr transportieren muss oder für den Wiederverkauf)
  • relativ neues Auto, weil wir kein Schrauber-Gen haben

Das Auto – die Auswahl

Idee 1: VW Bulli California

Natürlich der Klassiker – durchdacht und bewährt. Eigentlich die naheliegendste Variante, aber für den Alltag zu überdimensioniert. Außerdem ist der Bulli für die meisten Parkhäuser zu hoch. Der Anschaffungspreis war uns für unser Experiment ebenfalls zu teuer. Ziel (Camper und Alltagsauto in einem) nicht erreicht.

Idee 2: VW Caddy

Eine naheliegende Wahl – deutlich kleiner als der Bulli.

Die Pros:

  • Ideal für den Stadtverkehr
  • Flexible Innenraumgestaltung, konzipiert für reduziertes Campen
  • Viel Campingzubehör und Einbauten verfügbar, sodass man nicht auf DIY Lösungen zurückgreifen muss.

Aber:

Der ausschlaggebende Grund, ihn nicht zu kaufen, war der Preis. Mit den notwendigen Paketen und Ausstattungen wurde uns der Caddy preislich immer unsympathischer.

Idee 3: Nissan NV200

Der Nissan NV200 überzeugt als Campingwagen durch seine kompakten Maße und eine Höhe von unter 1,90 m, wodurch er alltagstauglich bleibt und problemlos in Tiefgaragen passt. Der Innenraum bietet Platz für ein Bett sowie ausreichend Stauraum, was ihn ideal für ein bis zwei Personen macht. Der Ausbau der hinteren Sitze ist einfach, und durch die Möglichkeit, die Vordersitze drehbar nachzurüsten, kann der Innenraum noch flexibler genutzt werden.

Nachteile:

  • Der NV200 ist relativ laut und klapperig, was den Komfort auf Transporter-Niveau senkt.
  • Das Modell lief 2019 aus, weshalb keine Neuwagen mehr verfügbar waren.
  • Die verfügbaren Gebrauchtwagen entsprachen nicht unserer gewünschten Konfiguration.
Idee 4: Opel Combo, Citroën Berlingo, Peugeot Rifter (mittlerweile auch Toyota ProAce City und Fiat Doblo)

Für uns volle Punktzahl bei Alltagstauglichkeit, Fahrkomfort und Flexibilität. Diese Fahrzeuge überzeugen durch ihre kompakte Größe, die sie city- und alltagstauglich macht, sowie ihre Vielseitigkeit. Besonders die Modelle mit längeren Radständen bieten zusätzlichen Platz und Stauraum für Campingzubehör.

Welcher Wagen der PSA-Gruppe (Peugeot, Citroën, Opel) gewählt wird, ist letztlich Geschmackssache. Bei uns lag der Peugeot Rifter vorne: Die Front wirkt dynamischer und hat uns optisch am meisten angesprochen.

Ausstattung, die uns überzeugt und auf die wir nicht verzichten möchten:

  • Abgedunkelte Thermoverglasung: Mehr Diskretion beim Campen, außerdem heizt sich der Wagen in der Sonne nicht so stark auf.
  • Heckklappe: Dient als Dach für die Outdoor-Küche – Klapptüren sind keine Alternative.
  • Heckscheibe: Sie lässt sich öffnen – ideal, um morgens den Sonnenaufgang ungefiltert zu beobachten. Zudem sorgt sie für eine Extraportion Luft.
  • Zwei Schiebetüren: Beide Passagiere können unabhängig voneinander ein- und aussteigen.

Nachteile:

  • Die Rückbank lässt sich zwar sehr flach umklappen, aber nicht ausbauen.
  • Die Vordersitze lassen sich nicht zu drehbaren Versionen nachrüsten (die Mittelkonsole verhindert dies).
  • Der Motor könnte mehr Power haben.
  • Eine Standheizung fehlt.

Ziel: Camper und Alltagsauto in einem , setzt immer Kompromisse voraus. Wir entschieden uns für die L2-Variante mit folgenden Abmessungen:

  • Länge: 4753 mm
  • Breite: 1848 mm (inkl. Außenspiegel: 2107 mm)
  • Höhe: 1879 mm
Warum L2?

Die Liegefläche kommt auf 195 cm Länge, ohne dass die Vordersitze verschoben werden müssen. Das macht das Campen deutlich einfacher und entspannter. Ein weiterer Vorteil: Beim Freistehen bleibt der Wagen jederzeit abfahrbereit, da nichts umgebaut werden muss. Das ist nicht nur praktisch, sondern auch ein wichtiger Sicherheitsaspekt – psychologisch sehr beruhigend.

Ausgerüstet mit der QUQUQ-Campingbox konnte es losgehen.

Aus dem Peugeot Rifter mit Campingbox wurde „Camper und Alltagsauto in einem“ – weniger ist doch mehr.

Warum aus einem “Mal-am-Wochenende-oder-auf-Reisen-Camping-Plan” eine Leidenschaft wurde?

Ende September 2019 ging’s los – Frankreich, wir kommen!

Die erste Nacht freistehen in einem Dorf in der Nähe von Metz. Im Dorf ein Restaurantfest, und wir dürfen uns dazuquetschen. Tolle Stimmung, Live-Musik (liest sich besser, als es sich anhörte). Aber der Auftakt war schon mal sensationell. Am nächsten Morgen erkunden wir den umliegenden Wald und entdecken eine Freiluftkapelle. Uralte Kastanienbäume, im Kreis gepflanzt – ein magischer Ort. Die Lichtung wird gerade für eine Hochzeit geschmückt. Bereits am ersten Tag haben wir andere Dinge erlebt als sonst.

Und so ging es weiter. Aus ein bisschen Campen wurden 14 Tage und Nächte – das Virus hat uns infiziert.

Was trifft unseren Nerv?

Wir sind unabhängig, und es fühlt sich nach Freiheit an. Im Job bestimmen andere und der Kalender unseren Alltag. Als Camper sind wir zeitlos. Weil wir nur zum Schlafen in den Wagen gehen, verbringen wir den ganzen Tag draußen – in der Natur, an der frischen Luft. Wir wandern, besichtigen Städte, sitzen im Café. Damit verändert sich das Zeitgefühl. Ein Wochenende Camping ist so erholsam wie eine Woche Ferienwohnung.

In einer Ferienwohnung imitieren wir immer unseren Alltag: Man sitzt auf der Couch, schläft in einem Schlafzimmer, kocht in einer normalen Küche, putzt, und irgendwann läuft dann sogar die Tagesschau.

Beim Campen fühlt sich alles anders an.

Man nennt das auch: Detachment. In der Psychologie bezieht sich das auf die Fähigkeit, sich gedanklich von der Arbeit und dem Alltag zu lösen und abzuschalten. Dieses mentale „Offline-Sein“ ist für die Erholung und Regeneration unerlässlich.

Und das gelingt uns beim reduzierten Camping besser als je zuvor.

Die Vorteile

Im Unterhalt: bei Steuer und Versicherung. Der Spritverbrauch ist moderat. Auf der Autofähre: z. B. nach Norwegen oder von Sizilien nach Genua sind Höhe und Länge des Wagens Preistreiber.
Im Notfall braucht man keine spezielle Camperwerkstatt.

Die engen Straßen eines italienischen Bergdorfs – kein Problem.
Das Navi kennt mal wieder eine Abkürzung, die nicht mal die Einheimischen fahren – bitte wenden.
Die schönsten Küstenstrassen: z.B. die Amalfi-Küste ist für Camper gesperrt.
Der Rifter ist top isoliert – weniger Klappern, Rauschen und Fahrlärm – entspannter ankommen und besser schlafen.

Da man sich nicht permanent im Camper aufhalten kann, ist man draußen. Kochen, essen, chillen, spielen, lesen, kein fernsehen … immer an der frischen Luft.

Erst um 22 Uhr am Campingplatz? „Kein Platz mehr frei“, „Och, bitte“, „Na gut, da hinten könnt ihr noch hin“.
Oder am liebsten auf die Zeltwiese, viel schöner als zwischen der engen „Weißen Ware“. Sehr oft ist die Stimmung auf der Zeltwiese viel besser, kommunikativer und auch rücksichtsvoller als bei den Großen. Und im Alltag gibts fast immer einen Platz. Es lebe der „Camper und Alltagsauto in einem“.

Camping am Bach. Camper und Alltagsauto in einem
Camping im Nebel. Camper und Alltagsauto in einem.

Die Nachteile

Kleiner Regenguss zwischendurch? Der bringt uns keinesfalls aus der Ruhe. Ein Gewitter auf der Liegefläche kann sooo gemütlich sein! Unangenehm wird es bei Dauerregen: Dann suchen wir Unterschlupf in Cafés, Restaurants, Museen … oder in einer Ferienwohnung. Oder wir düsen einfach weiter in trockene Gefilde.

37 °C im Schatten, und das Auto wird zur Sauna! Leider kühlt es nachts kaum ab, sodass an Schlafen kaum zu denken ist. Lüftungsgitter und geöffnete Klappe helfen wenig. Also: Sicherheit adé … Türen auf und Luft rein! 
Kälte ist übrigens kein großes Thema: Elektrisches Wärmeunterbett einstöpseln und das Bett wird kuschelig warm.

Raufklettern auf die Liegefläche, mit einer Eskimo-Rolle raus aus dem Bett. Nicht schlimm, aber muss man wollen. Hält vielleicht auch beweglich?

Keine eigene Toilette an Bord zu haben, verleiht dem Müssen schon mal sehr hohe Priorität! Und enttabuisiert es. 
Beim Freistehen sollte man vorher checken, wo sich öffentliche WCs befinden oder wie weit es bis zum nächsten Wald ist. Noch ein letztes Kaltgetränk vor dem Schlafengehen? Besser nicht … 
Für den Alarm-Notfall gibt´s eine Pipilette und ein Klappklo im Fundus.

Raumsparendes Equipment

Ein kleiner Mini-Camper braucht durchdachte Aufbewahrungsmöglichkeiten, Erweiterungen und platzsparende Ausrüstung ohne dabei auf Komfort zu verzichten. Lässiger Campen heißt nicht Verzicht bis zur Kasteiung, sondern ein gutes Mittelmaß zu finden. Denn die Entspannung und der Spaß stehen im Vordergrund. Und nach der Camping-Reise muss es wieder ein alltagstaugliches Auto werden.

Camping-Box

von QUQUQ: Bett, Küchenmodul + 20l Wasser

Tarp und Autozelt

zusätzlicher Raum und Regen-, Wind- und Sonnenschutz

Klamottenkiste

mindestens 95 l Stauraum für alle Klamotten

Anti-Camper-Ausbau. Packtasche eingebaut im Auto
Fenstertaschen

zusätzlicher Stauraum – 4 Fächer für mehr Ordnung