DIY-Packtasche: dünn, aber lang
Ein Problemlöser, und zwar ein kleiner.
Unser Bett im Mini-Camper ist 110 cm breit, die Verkleidung der Radkästen im Heck haben allerdings 125 cm Abstand voneinander, es entsteht also eine Lücke zwischen Bett (Campingbox im Kastenwagen) und Auto. Für uns ein wertvoller Stauraum im Mini-Camper, denn auf der Beifahrerseite kommen unsere Campingstühle unter, auf der Fahrerseite alles Lange wie Zeltstangen und Hängematten-Gestell. So kriegen wir wertvolle Ausrüstung unter, die nicht verrutscht oder durcheinanderfliegt. Und im Bett gibt der Abstand noch ein bisschen mehr Kniefreiheit.
Also, wo ist das Problem?
In kalten Nächten kommt man doch mal an den kalten Kunststoff und man kühlt stärker aus als einem lieb ist.
Außerdem: Wenn das ganze Equipment draußen steht, bildet sich vom Bett aus ein langer, tiefer Schlund, der alles verschlingt, was im und am Bett liegt. Socken, die man nachts im Schlaf auszieht … oder tags benutzt man das Bett als Ablage und – schwupp -landet alles wieder unten und immer sind die Arme zu kurz, um die Opfer der gefräßigen Spalte zu retten.
Der wichtigste Grund: man kann nie genug praktischen Stauraum im Camper haben – am besten einen, an den man gut genug herankommt und der die ungenutzten Flächen ausfüllt. Und damit ist der Bettspalt ideal.
DIY-Lösung für mehr Stauraum im Camper: Packtasche selber nähen
Deshalb brauchen wir eine DIY-Packtasche für Campervans: dünn, aber lang.
Maße für die selbstgemachte Campingtasche: Länge 90 cm, Höhe 24 cm, Breite an der schmalsten Stelle 4 cm.
Die Vorteile im Überblick:
- Die Tasche isoliert den Auto-Kunststoff, man berührt nur den weichen Stoff.
- Der Spalt wird verschlossen, nichts fällt mehr durch.
- Nach unseren Berechnungen hat die Tasche ein Volumen von 8,6 – 16 Litern, je nach Befüllung – also viel extra Stauraum für Kleidung oder Zubehör im Mini-Camper.
Die selbstgemachte Packtasche soll sehr weich, fast schon labberig sein, damit sie sich in die Lücke anschmiegen kann und beim Körperkontakt nicht stört.
Der Plan für die DIY-Packtasche: dünn, aber lang




Selber machen – so geht`s!
Diesmal haben wir 2 Prototypen gebraucht. Die erste Tasche in Schwarz hatte eine Keilform, unten spitz zulaufend – einfacher zu nähen, aber nicht praktisch.
Die Tasche braucht Stabilität, ein Boden muss her. In dem Fall eine 4 cm breite Buchenleiste (herausnehmbar). Der schwarze Stoff war zu labberig, ein festerer musste her. Gefunden haben wir ihn durch Zufall in Holland auf dem traumhaften Markt von Leiden. Und wie könnte es anders sein, er ist Orange. Die Tasche ist waschbar und robust.




Was passt in die Tasche?
Gerollte Shirts, ca. 12 Stück
T-Shirts und Langarm-Shirts der Größe M.
Gerollte Shirts können platzsparend und ordentlich verstaut werden. Dabei werden die Shirts zuerst gefaltet und dann aufgerollt, sodass sie wie kleine Päckchen oder „Würstchen“ aussehen. Diese Technik spart nicht nur Platz, sondern ermöglicht auch eine gute Übersicht über die Kleidung.

Anleitung zum platzsparenden Falten à la Marie Kondo
- Flach hinlegen: Das T-Shirt auf eine flache Oberfläche legen und glatt streichen.
- Den Saum unten ca. 4 Finger breit nach oben umschlagen
- Seitliche Teile einschlagen: Die Seiten des T-Shirts zur Mitte hin einschlagen, sodass ein längliches Rechteck entsteht.
- Von oben nach unten rollen: Das Shirt straff aufrollen.
- Einschlagen und fixieren: Das untere Ende des T-Shirts wird in die entstandene Rolle eingeschlagen, dabei auch den „Umschlag“ über die Enden ziehen, sodass sie nicht aufgeht.
Camping-Organisation leicht gemacht – mit DIY-Lösungen für kleine Camper.
Marie Kondo hat auch spezifische Falttechniken für verschiedene Kleidungsstücke entwickelt – ideal, um Ordnung im Camper zu halten und jeden Zentimeter effektiv zu nutzen.
Socken, sehr viele …
Sneakersöckchen, Kniestrümpfe, Wandersocken, dicke oder dünne Socken. Da es so viel Varianten gibt, fällt es uns etwas schwer, eine Mengenangabe zu definieren.
Unterwäsche
Auch hier ist es schwer zu sagen, wie viel davon reinpasst. Es gibt volumige Boxershorts, Slips, die ein Hauch von Nichts sind und, und, und …
Und was sonst noch reinpasst …
Schlafanzug, Badesachen, dünne und kleine Handtücher, kurze Wanderhosen …
DIY-Packtasche: dünn, aber lang
Mit 90 cm erinnert die Tasche eher an einen Zugluft-Dackel. Aber die gehören vor die Wohnungstür. Unsere Tasche ist reiselustig, stets auf Achse und passt in die kleinste Lücke, deshalb nennen wir sie spal-Tiger.
Der spal-Tiger ist die wahrscheinlich längste Packtasche der Welt!
Wie wir darauf kommen?
Wir haben im Mai 2018 unseren letzten Flugurlaub in Nordgriechenland gemacht.
Und dort gibt es laut Guinness-Buch der Rekorde die tiefste Schlucht der Welt, wobei das Verhältnis zwischen Tiefe und Breite als maßgebliches Kriterium definiert wurde.
Und ist unsere Packtasche bei 4 cm zu 90 cm nicht die (wahrscheinlich) längste Tasche?
Aber Spaß beiseite – hier noch ein ernst gemeinter Reisetipp:
Reisetipp
Die Vikos-Schlucht liegt im Herzen der griechischen Region Zagori im Pindos-Gebirge und zählt zu den beeindruckendsten Naturwundern Europas. Mit bis zu 1000 Metern Tiefe und nur wenigen Metern Breite an manchen Stellen gilt sie als eine der tiefsten Schluchten der Welt im Verhältnis zur Breite. Die Schlucht ist Teil des Vikos-Aoos-Nationalparks. Ein Wanderparadies.
Die Region ist auch bekannt für ihre Steinbogenbrücken, jahrhundertealten Klöster und malerischen Dörfer mit typischer, traditioneller Architektur. Zagori ist ein Paradies für Naturliebhaber und bietet ein unvergleichliches Erlebnis für alle, die Ruhe, Wildnis und atemberaubende Ausblicke suchen. Wir lieben es.
Leider können wir keine Camping-Tipps für die Region geben, denn 2018 waren wir noch keine Camper. Wir wollten 2024 mit unserem Mini-Camper über den Balkan, durch Albanien bis Nordgriechenland fahren. Wir sind nur bis Tirana gekommen, dann mussten wir wegen Waldbränden und 38°C im Schatten unseren Tourplan ändern – das war leider nicht mehr lässig.









Tolle Idee! Wir sind auch mit einem Berlingo Minicamper unterwegs und kennen das Platz- und Verlierproblem. Ich werde das auf jeden Fall nachnähen. Danke für den Tipp!