Faltbare DIY-Abfalltasche für die Mülltrennung im Mini-Camper

Faltbare DIY-Abfalltasche für die Mülltrennung im Mini-Camper

Alle bisher gekauften Abfallbehälter für unseren Mini-Camper konnten uns nicht überzeugen. Entweder waren sie zu groß, zu klein, zu sperrig beim Verstauen, zu unhandlich oder waren nicht darauf ausgelegt, dass der Müll getrennt werden kann und – nicht zuletzt! – die Tüten sicher zu verschließen sind. Also haben wir uns kurzerhand eine faltbare DIY-Abfalltasche für die Mülltrennung im Mini-Camper gebastelt.

Unsere Anforderungen an die ideale Mini-Camper-Mülllösung

Unsere Abfalllösung sollte genug Platz für die Mülltrennung bieten, sich flach zusammenfalten lassen, aufgehängt werden können, die Müllbeutel verschließen können, wasserabweisend und abwischbar sein und möglichst wenig an Material kosten.

Die Basis, die wir ausgewählt haben, ist denkbar einfach: eine 99-Cent-Einkaufstasche vom Discounter. Diese Taschen sind einfach total praktisch: leicht, abwischbar, mit stabilen Tragegurten und einem verstärkten Boden. Die Motive wechseln regelmäßig – aktuell besteht das Design aus verschiedenen sommerlichen Grafiken. Der Rapport sieht nett und farbenfroh aus, macht das spätere Zusammensetzen aber etwas knifflig.

Faltbare DIY-Abfalltasche für die Mülltrennung im Mini-Camper

Mit ihren ursprünglichen Maßen von etwa 50 × 25 × 34 cm war die Tasche natürlich viel zu groß für unseren Mini-Camper. Schließlich sollte der fertige Abfallbehälter noch in den Fußraum des Beifahrers passen.

99 Cent-Einkaufstasche wird Abfallbehälter

Um möglichst wenig Arbeit mit neuen Nähten zu haben, wollten wir die vorhandenen Faltungen und Kanten nutzen. Deshalb haben wir aus der Mitte der Tasche einen etwa 20 cm breiten (und gut 93 cm langen) Streifen herausgeschnitten (s. Zeichnungen oben). Dieser wird später zum Deckel. Jetzt haben wir gleich die obere Kante um rund 4 cm umgelegt und mit der Nähmaschine abgesteppt, was die Tasche in der Höhe reduziert und ihr zusätzliche Stabilität verleiht. So entstand die Basis für eine Abfalltasche mit ungefähr 30 × 25 × 30 cm.

Zuschneiden, kleben, nähen

Die so entstandenen zwei Taschenstücke sollten nun verbunden werden. Die mittleren Verbindungsstellen ließen sich allerdings nicht unter die Nähmaschine schieben. Das Materialvolumen war einfach zu unhandlich und groß. Deshalb kam an dieser Stelle Gaffa-Tape zum Einsatz. Vielleicht wird es doch mal Zeit für eine Industriemaschine? Bei unseren DIY-Projekten mit Folien, Planen oder anderen ungewöhnlichen Materialien wie zum Beispiel bei unseren DIY – Heckklappen-Zelt stoßen wir mit einer normalen Haushaltsnähmaschine regelmäßig an Grenzen.

Nachdem die beiden Hauptteile zusammengeschoben und verklebt waren, konnte die Nähmaschine wieder übernehmen.

Aus dem zuvor herausgeschnittenen Mittelstreifen entstand der Deckel: zwei Teile des Streifens haben wir herausgeschnitten und übereinander geschoben und mit Zickzack-Stich verbunden. Dabei konnten wir die vorhandenen Kanten, Nähte und Klettstreifen sinnvoll weiterverwenden, sodass sich mit nur zwei zusätzlich angebrachten Klettstreifen der Deckel verschließen lässt.

Zwischendurch wurden die Tragegurte abgetrennt. Das geht ganz einfach, weil sich die Nähte auf dem Taschenmaterial gut auftrennen lassen. Einen der Gurte haben wir am Ende in die beiden hinteren Ecken eingenäht. Zusammen mit einem Spanngummi samt Haken lässt sich die Tasche so an einer Reling, einer Wäscheleine oder einem anderen geeigneten Befestigungspunkt aufhängen. Gleichzeitig dient der Gurt als Tragehilfe für den Weg zur Müllentsorgung.

Mülltrennung statt Müllchaos im Mini-Camper

In die Tasche passen zwei Müllbeutel mit 5 oder 10 Litern Volumen. So können wir Hausmüll und Verpackungsmüll getrennt sammeln. Papier und Flaschen finden ebenfalls noch Platz. Damit die Beutel nicht umkippen und Gerüche möglichst eingeschlossen bleiben, haben wir Frischhalteclips mit Reststücken der Tragegurte befestigt. So sind die Beutel gut verschlossen und das ist viel praktischer, als die Tüten jedesmal zu ver- und wieder zu entknoten.

Nach dem Entsorgen wird die Tasche platzsparend verstaut

Ist der Müll entsorgt und die Tasche leer, lässt sie sich flach zusammenlegen und nahezu in jeder Ritze im Mini-Camper verstauen.


Mit unserer Idee „faltbare DIY-Abfalltasche für die Mülltrennung im Mini-Camper“ haben wir wieder ein DIY-Projekt umgesetzt, das perfekt zu unserem Mini-Camper-Konzept passt: wenig Kosten, überschaubarer Aufwand und maximaler Nutzen.

So lässig mögen wir das.

PS: Jedes unserer DIY-Projekte bekommt möglichst einen Namen mit „TIGER“. Was meint ihr zu „NachhalTIGER“? 🐯😉

Ähnliche Beiträge

  • DIY-Holzbox – mehr Platz und Ordnung im Mini-Camper

    Der Herbst ist verregnet, grau und ein bisschen trist, also genau die richtige Zeit, um die Camping-Ausstattung zu verbessern. Seit Anbeginn begleitet uns unsere QUQUQ-Campingbox, deren Hauptfach (ca. 32,5 × 74 × 36 cm) wir mit zwei Einsätzen bestückt haben: eine Eurobox (40 × 30 cm) und eine Holzkiste (30 × 30 × 30 cm). Die Eurobox dient als…

  • DIY Eurobox mit Bambusdeckel

    Handelsübliche Eurobox mit Deckel – darauf haben wir ein Bambus-Schneidbrett 40×30 cm geschraubt. Es lebe die Normierung – beide Teile passen exakt, obwohl sie nicht füreinander gemacht sind. Vorteile: die Box ist nun ein „aufgehübschter“ Beistelltisch, wir schneiden unser Brot darauf und im Notfall fungiert er als Sitzhocker, wenn mal unerwartet Besuch kommt. Weniger DIY…

  • DIY – Heckklappen-Zelt

    Wenn wir unterwegs sind, haben wir immer ein Tarp dabei – die leichte und flexible Alternative zur Markise. Die an der Reling befestigte Plane bietet Sonnen-, Regen- und Sichtschutz. Bei längeren Aufenthalten schlagen wir unser großes Heckklappenzelt auf. Es schützt zuverlässig vor Regen und Wind – und kann einfach am Platz stehenbleiben, wenn wir mit…

  • DIY Mückennetz für Mini-Camper: Der LESS-TIGER

    Camping in traumhafter Natur, am liebsten an einem Bach oder See, ist einfach herrlich. Aber wenn die Sonne untergeht, kommen sie – diese kleinen sechsbeinigen Monster, die nur eins wollen – unser Blut. Bei einem Mini-Camper ist es unmöglich, diese Vampire auszusperren. Es gibt keine Schiebetüren mit Mückennetzen, auch die Heckklappe lässt sich nicht hermetisch…

  • DIY-Packtasche: dünn, aber lang

    Ein Problemlöser, und zwar ein kleiner. Unser Bett im Mini-Camper ist 110 cm breit, die Verkleidung der Radkästen im Heck haben allerdings 125 cm Abstand voneinander, es entsteht also eine Lücke zwischen Bett (Campingbox im Kastenwagen) und Auto. Für uns ein wertvoller Stauraum im Mini-Camper, denn auf der Beifahrerseite kommen unsere Campingstühle unter, auf der…

  • DIY-Klamottenbox für den Mini-Camper: rollbarer Stauraum ohne festen Einbau

    Unsere DIY-Klamottenbox für den Mini-Camper ist kein gekauftes Campingsystem. Sie ist ein DIY-Projekt: perfekt für Hochdachkombis: schmal, lang, stabil und auf Rollen. Auch hier bleiben wir unserem Grundsatz treu: Unser Wagen wird zum Mini-Camper, ohne feste Einbauten. Die Box ist kein verschraubter Möbelbau. Sie ist ein mobiles Modul. Reinstellen, rausziehen, umpacken, herausnehmen. Genau das passt zu…

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert