Wäscheleine im Sonnenuntergang KI

„Smells like Camper Spirit“: Hygiene beim Campen

Beim Campen stellt man sich viele Fragen: Wo ist der nächste schöne Stellplatz? Reicht der Wasservorrat? Auch zur Hygiene beim Campen: Wie oft soll ich eigentlich duschen? Und – mal ehrlich – wie häufig muss ich meine Unterwäsche wechseln?

Die meisten dieser Fragen kommen übrigens gar nicht von uns Campern, sondern eher von unseren Nicht-Camper-Freunden. Da hört man dann neugierig: „Wie viele Unterhosen nimmst du denn für euren zweimonatigen Trip mit?“ oder „Wie macht ihr das ohne eigene Dusche?“.

Denn Platz und Wasser-Vorräte sind in unserem Mini-Camper (in den wir selbstverständlich keine „Nasszelle“ eingebaut haben) begrenzt: Wohin mit 60 Unterhosen (geschweige denn, dass ich so viele hätte)? Wie lange halten unsere 20 Liter Wasser-Vorrat?

Alles kein Thema, sofern man Campingplätze mit entsprechender Versorgung ansteuert. Wir stehen allerdings oft und gerne „wild“ oder auf privaten Plätzen ohne Sanitäreinrichtungen.

Also haben wir uns des Themas mal angenommen und in Studien zum Hygieneverhalten (Quellen: Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA), galaxus.ch und andere (hoffentlich seriöse) Internetseiten) gestöbert. Medizinische Beratung gibt’s hier in unserem Blog keine – wir plaudern lieber locker „unter Freunden“ und teilen mit euch unsere persönliche Einschätzung.

Die gute Nachricht zuerst: entspannt bleiben!

Hygiene ist wichtig – klar. Aber viele unserer Alltagsgewohnheiten haben weniger mit der Gefährdung unserer Gesundheit zu tun, als mit gesellschaftlichen Konventionen, also in diesem Fall mit dem sozialen Miteinander. Zu wenig waschen macht also erstmal nicht unbedingt krank, sondern eher einsam.

Nicht zu unterschätzen: Die Werbung, die uns suggerieren will, dass wir ohne ihre Produkte wie parfümiertes Duschgel, porentief reinigende Seife und duftendes Shampoo wie wandelnde Katastrophen durchs Leben gehen. 

Also, was braucht man wirklich?

Non-Bathing-Trend: weniger ist oft mehr

1–2 Mal pro Woche duschen oder baden reicht für „normale“ Haut völlig aus. Hauptsache, du fühlst dich wohl, riechst nicht unangenehm (auch aus Rücksicht auf deine Mitmenschen!) und bist gesund. Passend dazu gibt’s seit ein paar Jahren den sogenannten Non-Bathing-Trend, den sogar einige Promis (vor allem aus den USA) bekannt gemacht haben.

Wenn man „wild“ oder auf Plätzen ohne Sanitäreinrichtung campt, findet man Kompromisse: Für die Erfrischung zwischendurch tut’s eine „Katzenwäsche“ mit dem Waschlappen – das spart Wasser und schont die Umwelt. Unsere platzsparende Solardusche kommt ebenfalls ab und zu zum Einsatz. Oder wir gehen ins Schwimmbad, baden in (hoffentlich sauberen) Flüssen oder Bächen. Alles, was gerade in der Nähe und am besten umsetzbar ist.

Feuchttücher? Bitte nicht! Die enthalten oft unnötige Chemikalien und machen nur mehr Müll.

Auch tägliches Haarewaschen ist meist nicht erforderlich und trocknet die Kopfhaut eher aus. Alle 2–3 Tage reicht, je nach Haartyp und Aktivität.

Klar: Duschen ist oft eher Wellness als Notwendigkeit – man fühlt sich wohl unter dem warmen Wasserstrahl, es entspannt und man hat Zeit für sich. Aber überlebenswichtig ist es nicht.

Zähneputzen? Händewaschen? Immer!

Beim Thema Zahnpflege gibt’s keine Diskussion: Mindestens morgens und abends. Der gute alte Zahnputzbecher ist praktisch und hilft, mit wenig Wasser auszukommen.

Immer wichtig: Händewaschen mit Seife! Spätestens seit Corona wissen wir, warum.

Weniger schlimm als gedacht: öffentliche Toiletten

WCs, die von mehreren Menschen benutzt werden, meiden viele wie den Vorhof zur Hölle. Tatsächlich ist die Gefahr dort kleiner als ihr Ruf – so viele Erreger lauern da wohl gar nicht (zumindest wenn es sauber aussieht). Alternativen zu Gemeinschafts-Klos und Tipps, wie wir im Mini-Camper ohne eigene Toilette klarkommen, findest du in unserem Beitrag dazu.

Wie oft Unterwäsche wechseln? Nach Gefühl!

Wer gesund ist, muss nicht unbedingt täglich die Unterhose wechseln. Es kommt darauf an, wie aktiv du warst und wie frisch du dich fühlst. Die eigene Nase ist ein guter Wegweiser, was das angeht.

Und nachts? „Unten ohne“ ist gesünder – so wird alles gut durchgelüftet.

Wäsche waschen? 30 bis 40 °C reichen, Sonne hilft

Handwäsche ist ideal für wenige Teile. Mein Tipp: Was ich waschen möchte, ziehe ich kurz unter der Dusche an. An kritischen Stellen einseifen, kurz ausspülen, ausziehen! Funktioniert aus meiner Sicht am besten. Falls unterwegs doch mal mehr gewaschen wird: 30 bis 40 °C in der Maschine sind völlig ausreichend. Bei 30 °C wird die Wäsche wieder sauber, für stärker Verschmutztes kann man zehn Grad zulegen. Wasser, Waschmittel und Mechanik (die andauernde Bewegung in modernen Maschinen) erledigen den Rest.

Die Wäsche in der Sonne trocknen (oder benutzte Klamotten gut auslüften) tötet außerdem Bakterien. Und keine Sorge: Wäsche muss bei gesunden Menschen nicht steril sein.

Unser Klamotten-Tipp, damit man nicht zu viel einpacken muss und dennoch alles lange frisch bleibt: Wolle! Die Naturfaser ist ein echter Superheld: sie wirkt antibakteriell, hemmt das Bakterienwachstum und nimmt kaum Gerüche an. Wir tragen viele Shirts und Jacken aus Wolle, die wir zwischendurch auslüften – so kann man sie viele Male tragen ohne zu müffeln.

Wer nach Wald und Lagerfeuer riecht, macht alles richtig!

Es zählt nicht, was andere sagen, sondern was für dich und deine Mitreisenden passt. Fazit: Weniger Stress, mehr Freiheit – genau das macht Campen aus!

Rücksichtsvoll gegenüber anderen und der Natur zu sein (also: Hinterlassenschaften wegräumen, Waschsubstanzen umweltfreundlich wählen etc.) ist dabei für uns selbstverständlich.

Wie geht ihr mit dem Thema Hygiene beim Campen um? Habt ihr persönliche Erfahrungen oder Tipps, die ihr mit uns teilen möchtet? Wir freuen uns auf die Erweiterung unseres Hygiene-Horizonts!

PS: Mangels Wäscheleine und Waschmaschine im Grünen habe ich erstmals die Fotos (noch) nicht selbst erstellt, sondern durch eine KI anfertigen lassen. Es wirkt vielleicht etwas steif und „konstruiert“, z. B. die schwebende Zahnbürste, aber man kann es für den Notfall durchaus einsetzen, finde ich.

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