Sauber bleiben im Mini-Camper
Sechs Jahre Camping mit dem Mini-Camper – das hat nicht nur unsere Haltung in Richtung „ALL YOU NEED IS LESS“ verändert, sondern auch die Ansprüche an´s Equipment geformt. Was Küchen-Ausstattung, Mini-Camper-Ausrüstung und die Auswahl an Vorräten angeht, haben wir ordentlich aussortiert und optimiert. Und ja, auch unsere Ausstattung zum Thema „sauber bleiben im Mini-Camper“ hat sich über die Jahre auf das Wesentliche eingependelt: alles, was man für Körperpflege, Toilettengänge und das gelegentliche Wäschewaschen wirklich braucht.
Anfangs waren wir noch unter-equipped und nicht auf unterschiedliche Situationen eingestellt (vor allem beim Klo-Thema), auf der anderen Seite hatten wir noch die halbe Drogerie, also viel zu viel, dabei. Heute reisen wir deutlich schlanker – im Gepäck und im Kopf. Manches haben wir ausprobiert und wieder aussortiert. Anderes hat sich bewährt. Was genau in einen Kulturbeutel* gehört, bleibt eine individuelle Entscheidung – schließlich kennt jeder seine eigenen Pflege-Rituale am besten. Nur so viel: Für ein Wochenende reicht die Mini-Tube, für acht Wochen darf’s bei mir auch mal die etwas größere Einheit sein. Die kann dann auch gleich zum Duschen (Haare und Körper) und für die Klamotten-Handwäsche herhalten.
Unsere Ausstattung erhebt nicht den Anspruch, perfekt für jeden zu sein. Sie soll inspirieren und beraten, basiert dabei auch auf unserer persönlichen Haltung zum Thema sauber bleiben im Mini-Camper sowie zur Hygiene beim Campen. Ganz nach dem Motto: entspannt bleiben und mal ein oder beide Augen zudrücken!
* Kulturbeutel: Der Begriff stammt ursprünglich aus dem Militär. Dort sollten Soldaten selbst im Feld zivilisiert bleiben – mit Zahnbürste, Seife und Rasierzeug in einer kompakten Tasche. Kultur (Cultura, lat.) = Pflege (statt Verwahrlosung). So wurde aus dem Hygiene-Beutel die Kulturtasche. Übrigens typisch deutsch – in anderen Sprachen hat die Bezeichnung des Toiletten-Beutels nichts mit Kultur zu tun.
Keine Werbung!
Bei dem Thema lässt sich das Beschreiben von Artikeln und das nennen von Marken nicht vermeiden. Alles was wir hier erwähnen, tun wir aus Überzeugung und haben die Teile regulär gekauft und bekommen keine Zuschüsse. Nicht, dass wir das ablehnen würden, aber bisher haben wir keine Kooperationspartner. Wir verlinken auf Firmenseiten, damit ihr es einfacher habt, die Sachen zu finden.

- Drecksack
Klopapier, Abfallbeutel, Desinfektions-mittel für Hand und WC, Seife, Zeitungspapier – ausführliche Infos. - Pipilette
Mobiles Urinal, auch für Frauen – ausführliche Infos. - Klapp-Toilette
Flache Toilette für Notfälle – ausführliche Infos. - Klappspaten – für das Latrinenloch.
- Gästehandtuch
Gehört in den Drecksack. Nicht auf jedem WC gibt es Handtücher. - Olis Kulturbeutel
- Zahnputzbecher – 2 Leute, 2 Becher.
- Seifentasche wasserdicht – Infos siehe unten.
- Handtücher – Infos siehe unten.
- Mickys Kulturbeutel
- Mini-Abzieher – Infos siehe unten.
- Waschlappen – ausführliche Infos.
- Biologische Seife
- Wäsche-Aufhänger
Bügel mit Klemmfunktion für kleine Teile. - 20 l Solardusche – Infos siehe unten.
- Wäscheleine selbstklammernd – Infos siehe unten.
- Wäscheklammern: eine Handvoll.
- Waschmaschinen-Tabs
Praktischer als Pulver – falls man die Campingplatz-Waschmaschine nutzt. - Kleine Wärmflasche
Tipp: Bei Hitze auch mal mit (eis)kaltem Wasser füllen. Aaaahhhh!!! - LOQI Taschen – 2 Stück, groß genug für Kulturbeutel, Handtuch und Wechselklamotten. Von denen kann man eigentlich nie genug dabei haben …
8. Adé Seifendose
Seifendosen bekommt man im Handel fast nur noch in monströsen Ausmaßen. Aber Seife „schrumpft“ beim Benutzen – wir wollten etwas, das mitschrumpft und so wenig Volumen wie nötig im Kulturbeutel beansprucht. Eine Reise-Seifentasche passt genau zu diesen Anforderungen: das Material ist dünn, leicht, wasserdicht und schnelltrocknend. Für die Seife gibt es einen Netz-Innenbeutel (ideal zum Trocknen). Die Tasche lässt sich dank Karabinerhaken einfach an- und aufhängen.

9. Handtücher – welches Material, welche Größe, wie viele braucht man?
Bei Handtücher haben wir einige Fehlkäufe getätigt. Wir starteten mit Reisehandtüchern aus Microfaser. Deren Vorteile sollen geringes Gewicht, kleines Packmaß und ihre schnelltrocknende Eigenschaft sein.
Wir haben mehrere Marken ausprobiert … naja, leider gekauft und dann verworfen. Warum? Dass sie schneller trocknen stimmt, aber sie nehmen die Feuchtigkeit nicht gut auf. Wir haben das Gefühl, man trocknet sich mit einer Plastikfolie ab. Da ist nichts Kuscheliges, kein Wohlfühlfaktor. Außerdem müffeln sie schnell, selbst wenn man sie ordentlich trocknet und lüftet.
Also nehmen wir zwei Frottee-Handtücher mit, die man ja eh im Schrank hat. Nicht unbedingt die kuscheligsten, die zu finden sind (Volumen!!!). Zusätzlich zwei Gästehandtücher, zum Beispiel für die Füße. Kleine Handtücher, die man auch kurz mal durchwaschen kann, und die aufgrund ihrer Größe schnell trocknen.
Bei den Haupttüchern (nein, die sind nicht für den Kopf, die benutzen wir schlichtweg am häufigsten) setzen wir auf Hamamtücher (90 x 160 cm) aus reiner Baumwolle. Die Tücher sind dünner als klassische Handtücher, dadurch schnelltrocknend und weniger volumig. Die Größe ist ideal zum um den Körper schlingen. Oder als Strand- sowie als Liegetuch. Und bei starker Sonne nutze ich sie als Schutztuch – es gibt sie in so tollen Farben und Dessins, dass man sie sich auch über die Schultern werfen kann, ohne dass es gleich nach Handtuch aussieht.

Und Oli liebt sein Langbrett-Reisehandtuch aus einem Baumwoll-/Leinengemisch. 70 x 140 cm und ca. 240 g leicht. Nicht so schön wie ein Hamamtuch, aber ein tolles Hautgefühl (subjektive Einschätzung).
11. Der Mini-Abzieher


Man kann auch mal was von Campingplatz-Betreibern lernen, nämlich wie man dafür sorgt, dass die Waschbeckentische sauber bleiben und nicht der nächste Camper die Haare und Zahnpasta Reste des Vorgängers sieht. Und man nicht weiß, wie und wo man seine Hygiene-Artikel ablegen kann.
Der schöne Campingplatz in Lindlar Campingpark im Bergischen Land bittet die Leute, die Tische mit Papierhandtücher zu reinigen. Die Handtücher gibts gratis. Nachteil: Papiermüll.
In Neustadt an der Donau auf dem CAMPINGPLATZ FELBERMÜHLE haben wir das tollste Waschhaus kennen- und schätzengelernt. Und hier gibt es an jedem Waschbecken einen Abzieher. Perfekt – noch nie so saubere Waschräume gesehen. Absolut top! Der Platz ist auch traumhaft gelegen und liegt als „Insel“ am Flüsschen Abens (s. Foto unten).

Seitdem haben wir uns drei Abzieher gekauft, ohne Griff, also miniklein, damit er in die Kulturtasche passt. Einen weiteren haben wir zum Spülen, also genau genommen zum Abziehen der Arbeitsfläche und Spüle. So bleiben unsere Abtrockentücher für die Töpfe und Geschirr frei – und bleiben dadurch länger sauber.
15. Solardusche
In den schwarzen Sack, der sich sogar bei mäßiger Sonne ordentlich aufheizt, passen max. 20 l. Das Duschvergnügen ist bei unserem Modell zwar eher ein Plätschern, hilft aber dennoch, frisch und sozial erträglich zu bleiben, falls keine Sanitäreinrichtungen oder saubere Gewässer in der Nähe sind.
Wir nutzen die Solardusche bei solchen Locations ebenfalls zum Spülen. Eine etwas höhere Wassertemperatur ist Gold wert, wenn´s beim Kochen wieder mal etwas fettig herging. Zusatztipp: Kernseife haben wir neben Spülmittel immer dabei, denn sie ist der beste Fettlöser! (Damit habe ich beim Malen sogar Ölfarbe aus meinen Klamotten herausbekommen – und dabei ist sie ökologisch sicherlich nicht so bedenklich wie Spezial-Reiniger.)
16. Wäscheleine
Bei diesem Exemplar benötigt man keine Klammern, denn in die beiden verzwirbelten elastischen Leinen klemmt man einfach alles ein, was trocknen oder lüften soll – nicht nur Stoffliches, sondern auch Spülbürste, leichte Schuhe etc. Hält echt gut! Lässt sich nahezu überall spannen und dehnt sich auf gut drei Meter. Wir nutzen das Teil sogar im Auto: Wenn noch nicht alles trocken ist, wir aber aufbrechen wollen, hängen wir die Leine vom Haltegriff des Fahrersitzes bis zur letzten Gurtöse (Nähe Heckscheibe), also der Länge nach durchs Auto, und lassen den Fahrtwind zum Turbo-Wäschetrockner werden!
Und wenn ihr das nächste Mal auf Tour merkt, dass die Klopapierrolle noch gemütlich zu Hause auf dem Halter thront – denkt daran: Auch Thomas D. weiß, dass man unterwegs nicht alles dabeihaben muss (s. Zitat unten). Also lieber entspannt als überperfekt.
… also hau ich ab mit Sack und Pack
Thomas D. / Rückenwind
und pack ein paar meiner sieben Sachen, die ich hab,
und da wird mir klar, es fehlt immer ein Stück,
doch ich mach mir nichts draus,
setz den Wagen zurück und bin raus.
Fahr gerade über Land, es wird gerade mal hell,
spüre Freiheit in mir, denk das ging aber schnell.
Bleibe besser im Hier, denn es gibt kein zurück,
und alles was ich brauch ist mein Auto und Glück …
Wie sieht´s bei euch aus? Welcher Luxus muss unbedingt mit auf Reisen? Ohne indiskret sein zu wollen: was war euer kuriosester „Sanitär-Notfall“ beim Campen? Oder habt ihr eine geniale Improvisations-Lösung für das sauber bleiben im Mini-Camper im Gepäck? Dann lasst gerne einen Kommentar da – wir sind gespannt auf eure Geschichten!
